Bericht über die Bergung der BLUE STAR  (Zusammenstellung aus https://www.esys.org/news/sos_1912.html und https://www.esys.org/news/sos_1911.html)

Tanker 'Blue Star' in den Felsen gefangen
Tanker 'Blue Star' in den Felsen gefangen
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Tanker bei Ares gestrandet
(23.11.19) Am 22.11. gegen 23.30 Uhr brach in den Abgasleitungen des maltesischen Tankers 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO: 9527764), ein Feuer aus, das zu fatalen Folgen führte, als das Schiff von Bilbao nach A Coruña unterwegs war, um dort 6.000 Tonnen Chemikalien am Repsol-Terminal zu laden. Es hatte in der Ares-Bucht vor dem Sturm für einige Zeit Schutz gesucht. Der Maschinenraum wurde evakuiert und mit CO2 geflutet.
Zwar konnte so der Brand gelöscht werden, doch die Maschine war nicht mehr brauchbar, und das Schiff wurde im Sturm Cecilia ein Spielball von Wind und bis zu fünf Meter hohen Wellen. Um 23.50 Uhr trieb es an die Felsküste zwischen den Stränden von Barrosa und A Canteira im Gebiet von Punta Miranda und kam auf Position 43° 25.44' N 008° 15.65' W fest. Die 16-köpfige Crew blieb unversehrt und musste auch nicht abgeborgen werden.

Hubschrauber bringt Schlepptrossen
Hubschrauber bringt Schlepptrossen
(Bild: Salvamento Maritimo) Großbild klick!
Nach der Notmeldung wurde der Plan Territorial de Contaminación Marina Accidental de Galicia (CAMGAL) aktiviert. Salvamento Marítimo mobilisierte den Helimer 401-Helikopter in Alvedro und vier Schlepper, die 'María Pita', 'Hocho', 'Ría de Vigo' und 'Don Inda'. Der Hubschrauber transportierte eine Schlepptrosse von der 'María Píta' zum Havaristen hinüber.
Um 14.30 Uhr wurde mit der Flut ein erster Bergungsversuch gestartet, an dem auch die 'Inzabar 9' beteiligt war. Doch nachdem das Heck ein kleines Stück bewegt worden war, brach die erste von insgesamt vier Schlepptrossen 20 Minuten nach Start der Bergung. Die übrigen folgten binnen weniger Minuten, und der Versuch musste aufgegeben werden, zumal der Propeller fest zwischen den Felsen steckte.

 

Bergung der Crew der 'Blue Star'
Bergung der Crew der 'Blue Star'
(Bild: Salvamento Maritimo) Großbild klick!

SMIT Salvage wurde Minuten vor drittem Bergungsversuch mit Freischleppen der Blue Star betraut
(25.11.19) Unmittelbar bevor der dritte Versuch, den unter Malta-Flagge laufenden Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO: 9527764), von den Felsen bei Ares zu ziehen startete, entschied der Eigner, SMIT Salvage BV mit der Bergung zu betreuen. Diese sollte nun binnen 24 Stunden einen Bergungsplan entwickeln und den Behörden zur Genehmigung vorlegen. Derweil machte sich bereits der Schlepper 'Union Princess' auf den Weg zur Strandungsstelle.
Gegen Mittag hatten die beiden Schlepper 'Don Inda' und 'Salvamar Betelgeuse' sich noch bereitgemacht, zu versuchen, den Tanker mit der Flut flottzumachen. Minuten vor dem Start ihres Einsatzes kam die Entscheidung, die holländischen Berger zu rufen. Salvamento Marítimo beendete daraufhin seinen Einsatz.
Der Helimer-Hubschrauber holte das bereits zur Unterstützung der Bergung auf der 'Blue Star' abgesetzte Personal wieder von Bord. Die 16-köpfige Crew blieb weiter auf ihrem Schiff. Derzeit gab es auch kein unmittelbares Risiko, dass die 45 Tonnen Öl und 60 Tonnen Diesel, die sich für den Schiffsbetrieb in den Bunkertanks befanden, auslaufen könnten.
Dennoch wurden vorsorglich Ölsperren bereitgehalten, um die Häfen Fene, Ferrol und A Coruña im Bedarfsfall zu schützen. Das Wetter vor Ort war weiterhin stürmisch.
Quelle: Tim Schwabedissen

100 Tonnen Betriebsstoffe sollen aus Blue Star an Land gepumpt werden
(26.11.19) Die Operation, 100 Tonnen Öl und Diesel von dem beim Ría de Ares (A Coruña), gestrandeten Tanker 'Blue Star' abzupumpen sollte, wenn möglich, am 26.11. beginnen. Dies hing nicht zuletzt von der Verfügbarkeit der notwendigen Technik und den Wetter- sowie Sicherheitsbedingungen ab, die den Fortschritt der Arbeiten beeinflussen. Am 25.11. fand ein Treffen von Vertretern der galizischen Regierung, des Transportministeriums und SASEMAR statt, bei dem die Pläne mündlich vorgestellt wurden. Der Inhalt der Bunkertanks sollte über Schläuche in Tanklaster an Land gepumpt werden.
Das dazu notwendige Material wurde an der Strandungsstelle zusammengezogen. Aus Rotterdam war weiteres Gerät von SMIT Salvage auf dem Weg. Die Regierung hatte Personal an Bord, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen kontinuierlich evaluierte.
Der Zustand des Tankers wurde ebenfalls ununterbrochen kontrolliert, hat sich aber derzeit nicht signifikant geändert. Die Crew blieb unverändert an Bord, um dort die Arbeiten der Berger zu unterstützen. Das Freischleppen des Tankers wurde als komplexe Operation eingeschätzt, die mehrere Tage dauern dürfte.
Quelle: Tim Schwabedissen

 

Vorbereitungen zum Leichtern der Blue Star fortgesetzt -- Schlepper musste in anderen Bergungseinsatz
(27.11.19) Am 26.11. mussten die vorbereitenden Arbeiten zum Abpumpen von Kraftstoff aus den Tanks der 'Blue Star' wegen schlechten Wetters mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h unterbrochen werden. Bergungspersonal und die 16-köpfige Crew wurden von dem Tanker aus der Luft abgeborgen und nach Alvedro gebracht. Nach Wetterberuhigung brachte der Helikopter Helimer 401 von Salvamento Marítimo sie am Morgen des 27.11. wieder zurück an Bord. Er hob um 8.45 Uhr vom A Coruña-Airport von Alvedro ab, wo seine Base ist, und erreichte die Strandungsstelle nur acht Minuten später.
Landseitig waren den gesamten Nachmittag des 26.11. und mit dem ersten Tageslicht des folgenden Morgens die Vorbereitungen fortgesetzt worden, um Zugang für die Tanklaster zu schaffen und ein Betonfundament von 64 Kubikmetern zu bauen, auf der die Pumpvorrichtungen und die notwendige Ausrüstung aufgebaut werden. Die 104 Tonnen Diesel und Öl befinden sich im Achterschiff des Havaristen.
Sie sollen zuerst in den Bug des Schiffs gepumpt werden, ehe es über Schlauchleitungen an Land geht, wo die Tanklaster es aufnehmen. Für die Arbeiten hat SMIT Salvage die Ardentia Marine in Fene (A Coruña) unter Subkontrakt genommen, die Erfahrungen damit hat. Außerdem wurde der Schlepper 'Vehintiocho' der Remolcadores Unidos S.A. (RUSA) in Santander angefordert, der am 27.11. vor Ort eintreffen sollte.
Eigentlich hatte SMIT Salvage die 'Union Princess' zur Bergung mobilisiert, die einer holländischen Unterfirma gehört. Diese musste aber ihre Fahrt nach Ares abbrechen, um eine von ihrem Schlepper losgerissene Barge mit Teilen einer Windkraftanlage zu bergen.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Das Betonfundament ist fertig
Das Betonfundament ist fertig
(Bild: Salvamento Maritimo) Großbild klick!
Blue Star-Schlepper erlitt Maschinenausfall
(28.11.19) Die 18 Bergungskräfte, die am 27.11. um 8.45 Uhr auf den gestrandeten Tanker 'Blue Star', zurückkehrten, darunter Personal von SMIT Salvage, Ardentia, Techniker der Fomento und Salvamento Marítim, konnten bis zum Nachmittag alle Ausrüstung, Schläuche und Pumpen auf dem Havaristen installieren, die zum Leichtern des Bunkeröls notwendig sind. Die Landteams waren weiter damit beschäftigt, den Betonschuh für die dortigen Einrichtungen und die Zugänge für die Tanktrucks auszubauen.
Um 15 Uhr waren die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen. Am Vormittag des 28.11. begannen die ersten der 60 Tonnen Diesel über die Schläuche an Land zu fließen. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die 45 Tonnen Öl am 29.11. folgen. Da dieses zähflüssiger ist, wird es allerdings länger dauern.
Unterdessen erlitt der spanische Schlepper 'Vehintiocho', 428 BRZ (IMO: 9740380), der Remolcadores Unidos S.A. (RUSA), in Santander, der von SMIT Salvage gechartert wurde, um die 'Blue Star' freizuschleppen und der am 27.11. vor Ort eingetroffen war, am 28.11. um fünf Uhr einen Maschinenrausfall. Er musste von dem Bergungsschlepper 'María Pita' von Salvamento Marítimo auf den Haken genommen werden. Er wurde dann nach El Ferrol in Caneliñas gezogen und dort zur Reparatur im Außenhafen festgemacht.
Quelle:Tim Schwabedissen

Kabelbahn zur gestrandeten 'Blue Star'

Kabelbahn zur gestrandeten 'Blue Star'
(Bild: Salvamento Maritimo) Großbild klick!
'Blue Star': Öl wird über Kabelbahn an Land gepumpt
(29.11.19) In einem Kampf gegen die Zeit haben die Berger binnen 36 eine Kabelbahn von der gestrandeten 'Blue Star' an Land aufgebaut. An ihr ist ein Schlauch von über 100 Metern Länge befestigt, der an einem Stahlkabel zu einem Stahlgestell auf einem Betonschuh verläuft, der auf den Klippen gegossen wurde. Über 100 Tonnen Kraftstoff, 60 Tonnen Diesel und 45 Tonnen Öl, sollten ab dem 29.11. an Land gepumpt werden.
Zuvor sollte bei Tageslicht erprobt werden, ob der Mechanismus funktioniert. Auf dem Tanker wurde eine Pumpe installiert, die das Öl vom Achterschiff zu einem 300-Tonnen-Tank auf dem Vorschiff transportiert. Von dort geht es dann an Land.
Dort mussten Zugangsstraßen asphaltiert werden, weil es in dem felsigen Gebiet keine Straßen zur Strandungsstelle gab, die die Tanklaster hätten passieren können. Die Hoffnung, bereits am 28.11. mit dem Transfer beginnen zu können, zerschlug sich wegen schlechten Wetters. Außerdem wurde mittags entschieden, nicht erst den Diesel und dann das durch Erhitzen erst dünnflüssig zu machende Öl abzupumpen, sondern beide Flüssigkeiten miteinander zu mixen und gleichzeitig zu leichtern. Inzwischen wurde auch der Schlepper 'Vehintiocho', der am 28.11. einen Maschinenausfall erlitten hatte, in El Ferrol wieder repariert.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

100 Tonnen Öl aus Blue Star abgepumpt
(02.12.19) Das Abpumpen von Öl von dem maltesischen Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO: 9527764), verlief am Wochenende erfolgreich. Bis zum 1.12. um 18 Uhr wurden rund 100 Tonnen geleichtert, jeweils 50 Tonnen pro Tag. Damit dürften noch 10 Tonnen Diesel-Öl-Gemisch in dem Tank auf dem Vorschiff nach sein.
Für die Arbeiten wurden die Tageslichtstunden genutzt. Am 1.12. gingen um 8.30 Uhr die Pumpen wieder an. Die Konstruktion aus Pumpen und Schläuchen, die an einer Kabelbahn hingen, funktionierte perfekt. Das Abpumpen der verbliebenen Ölmenge dürfte langsamer dauern, da am Boden des Tanks mehr Öl als Diesel übrig war, das weniger flüssig ist und erst erwärmt werden muss, um abpumpbar zu sein.
Die Arbeiten wurden von SMIT Salvage, der Ardentia Marine ais Fene (A Coruña), der Firmen Ingaroil und As Pontes de García Rodríguez (A Coruña) sowie einigen Crewmitgliedern des Tankers durchgeführt und von Salvamento Marítimo überwacht. Der Schlepper 'Vehintiocho' blieb am Heck des Havaristen fest, um ihn gegen die Einwirkung der Wellen zu stabilisieren. Es gab inzwischen im Rumpf kleinere Risse, die aber wegen der Doppelhülle des Tankers kein Risiko für Verschmutzungen darstellten.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Arbeiten auf der 'Blue Star'
Arbeiten auf der 'Blue Star'
(Bild: Salvamento Maritimo) Großbild klick!
A Coruña: Panne beim Leichtern der Blue Star - Abpumpen dennoch erfolgreich abgeschlossen
(03.12.19) Beim Leichtern der Tanks des bei A Coruña gestrandeten Tankers 'Blue Star' kam es am 2.12. gegen 11 Uhr zu einer Panne. Auch der dritte Tag der Arbeiten verlief bis dahin ruhig, doch dann kam es zum Bruch in einer Leitung, durch die das Öl zu den Tanklastern auf der Klippenspitze geleitet wurde. Der Unfall ereignete sich, als noch rund 20 Tonnen Diesel-Öl-Gemisch an Bord des Tankers waren.
Sofort aktivierte sich der automatische Schließmechanismus auf dem Deck, dennoch lief eine geringe Menge Gemisch in die See. Sofort wurden Teams von Salvamento Marítimo und das in der Nähe in Bereitschaft liegende Ölbekämpfungsschiff 'Don Inda', das SAR-Schiff 'Salvamar Betelgeuse' und der Schlepper 'Ría de Vigo' mobilisiert. Der Hubschrauber Pesca 1 aus Xunta überwachte die Drift der Ölflecken.
Ölabsorbierende Schläuche wurden an der betroffenen Steuerbordseite des Tankers ausgebracht. Dann schlängelten die Einheiten einen zweiten Ölfleck von rund vier Quadratmeter Umfang in der Nähe des Schiffs ein und reinigten die kontaminierte Fläche. Nachdem die Ölbekämpfung abgeschlossen war, ging das Abpumpen des Bunkers weiter.
Es konnte um 17.30 Uhr erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits am Wochenende waren 80 der 105 Tonnen Kraftstoff geleichtert worden. Je zäher die Restölmenge war, desto öfter verstopften allerdings die Schläuche. Schließlich waren 110 Tonnen Diesel und Öl sowie 14 Tonnen sonstige ölhaltige Stoffe von Bord geholt.
Sie wurden zum Ingaroil-Werk im Industriegebiet As Somozas abtransportiert, sodass es nun keine Gefahr von Ölverschmutzungen mehr gab. Nach dem Ende dieser Arbeiten war die nächste Aufgabe von SMIT Salvage nun, einen Plan zur Bergung des Tankers zur Genehmigung vorzulegen.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Tanker soll kommende Woche geborgen werden
(04.12.19) Die zweite Phase der Bergung des Tankers 'Blue Star', der seit dem 22.11. auf den Felsen von As Mirandas, Ares, liegt, soll zwischen dem 10. und 15.12. stattfinden. Hohe Tidenstände in Verbindung mit Vollmond sollen den Bergern von SMIT Salvage, die mit der Reederei einen Lloyd's Open Form-Kontrakt unterzeichneten, dabei zugutekommen, wenn die Wetterbedingungen mitspielen. Die erste Phase mit dem Entfernen von Öl, Diesel und Schmieröl aus Tanks, Maschinen und Generatoren war nun abgeschlossen.
Der Bürgermeister von Ares (A Coruña), Julio Iglesias, traf sich am 3.12. mit Vertretern von SMIT Salvage und der Ardentia Marine aus Fenes im Rathaus von Aresana. Die Bergungsarbeiten werden durch Salvamento Marítimo und die Regierung unterstützt, wo es vonnöten ist. Die Bergungsoperation muss noch durch die Hafenbehörde von Ferrol-San Cibrao genehmigt werden.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Bergung der Blue Star mit manchem Fragezeichen
(06.12.19) Der Bergungsplan für den seit dem 22.11. bei El Ferrol gestrandeten, maltesischen Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO: 9527764), der von SMIT Salvage entwickelt wurde, ist nicht ohne Risiken. Mindestens 350 Tonnen Zugkraft der beiden Schlepper 'Union Princess' und 'Boka Pegasus' werden vonnöten sein, um zu versuchen, das Schiff von den Felsen zu bekommen. Dabei brauchen sie die Unterstützung der Kräfte der Natur durch eine bei Vollmond höher auflaufende Tide und möglichst starken Seegang.
Stürmische See könnte aber im Gegenzug dazu führen, dass der Rumpf weiter beschädigt und die Auftriebsfähigkeit beeinträchtigt wird. Derzeit sind 14 der 18 Ballasttanks geflutet. Außerdem wurde der Ölabfalltank beschädigt. 11 der Tanks wurden am 26.11. aufgerissen, vier Tage nach der Strandung. Vier weitere erlitten am 28.11. bei stürmischer See Schäden.
Auch die Felsen bereiteten den Bergern Kummer. Es könnte sein, dass der Rumpf zerbricht, wenn er über den Grund gezogen wird. Da der Maschinenraum intakt blieb, wurden hier Tauchpumpen installiert, da es unabdingbar war, ihn funktionstüchtig zu erhalten, um das Schiff lenzen zu können. Die Ladetanks oberhalb des Dippelrumpfs wurden abgedichtet, um weiteren Auftrieb zu gewährleisten, falls die Außenhülle weiteren Schaden nimmt.
Das Wasser in den Ballasttanks soll mit Druckluft kurz vor Bergungsstart herausgepresst werden, wenn die beiden Schlepper bereits an zwei verstärkten Punkten Am Heck festgemacht haben. Die Vorbereitungsdauer wurde auf eine Woche geschätzt, sodass keinerlei Bergungsaktionen vor dem 10.12. überhaupt zeitlich denkbar sind.
Es können jedoch ständig neue Herausforderungen auftreten, denen zu begegnen wäre durch Änderungen im geplanten Bergungsablauf, die dann wiederum neu zu genehmigen wären. Auch zu schlechtes Wetter könnte einen Strich durch die Rechnung machen. Zudem war noch nicht sichergestellt, dass alle notwendige Ausrüstung auch von Dritten rechtzeitig vor Ort eintreffen.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Schlepper 'Boka Pegasus'
Schlepper 'Boka Pegasus'
(Bild: SMI Salvage) Großbild klick!
Erster Bergungsversuch für Blue Star
(09.12.19) Der erste Versuch, den unter Malta-Flagge laufenden Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO:9527764), in der Ares Mündung in A Coruña zu bergen, soll am 9.12. um 14.20 Uhr beginnen. Zu dieser Zeit wird die Flut ihren Höhepunkt haben, und die Wetterbedingungen unterstützen das Vorhaben. Vor Ort waren sieben Meter hohe Wellen, mit denen das Schiff in Bewegung gebracht werden soll.
Gegen Mittag sollte Pressluft in die aufgerissenen Ballasttanks eingedrückt werden, um das eingedrungene Wasser zu verdrängen und den Auftrieb zu erhöhen. Durch das Leichtern der Kraftstoffe ist das unbeladene Schiff zudem 110 Tonnen leichter als zum Zeitpunkt der Strandung.
In den vergangenen Tagen hatten die Berger die Zugpunkte auf Deck verstärkt, die insgesamt 400 Tonnen Pfahlzug der beiden Hauptschlepper aushalten müssen. Eingesetzt werden die 'Union Princess' und die 'Boka Pegasus', die beide jeweils 200 Tonnen Zugkraft haben.
Sie werden mit vier verstärkten Dynemaa-Trossen gleichzeitig mit der Backbordseite und dem Heck verbunden sein, um gemeinsam den Havaristen in der günstigsten Lage von den Felsen herunterzubekommen. Dabei werden sie ergänzt von der 'Boka Pegasus', die ebenfalls an der 'Blue Star' fest ist, sowie der 'Vehintiocho', die die Aufgaben unterstützt und bereits seit Tagen am Achterschiff des Tankers fest war, sowie die 'Punta Herminio', ein Zodiac und zwei Helikopter zum Transport von Personal und Ausrüstung. Das Team besteht aus dem Bergungsmeister, dem Superintendenten, zwei Tauchern, vier Ingenieuren, drei Konstrukteuren, einem Pumpentechniker, drei Ausrüstungsbetreibern, einen Landkoordinator und einem Küstencontroller.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Die Schlepper geben alles
Die Schlepper geben alles
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A Coruña: Bergung der Blue Star nach zwei Fehlschlägen zunächst unterbrochen
(10.12.19) Zwei Versuche, den gestrandeten Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO:9527764), zu bergen, sind gescheitert. Der erste begann am 9.12. gegen 14 Uhr und dauerte bis 15.30 Uhr. In dieser Zeit gelang es, das Heck des Havaristen um rund 10 Grad, was acht Metern entsprach, nach Backbord herumzuziehen. Kurz vor 14 Uhr hatte die 'Boka Pegasus' die 90-mm-Dynemaa-Schlepptrosse dichtgeholt und an Backbordseite des Hecks gezogen.
Mit dem Höhepunkt der Flut hatte die 'Princess Union' begonnen, parallel zum Heck zu ziehen. Nachdem der Scheitelpunkt vorüber war und sich abzeichnete, dass auch die Wellenhöhe mit drei Metern geringer bleiben würde als erhofft, wurde entschieden, die Aktion abzubrechen. In den folgenden Stunden analysierte SMIT Salvage die während des Einsatzes wirksamen Faktoren, um über die Sinnhaftigkeit eines weiteren Bergungsversuches mit dem folgenden Morgenhochwasser zu entscheiden.
Am Abend fielen die Würfel, und ein neuer Anlauf wurde für 2.45 Uhr des 10.12. avisiert. Wiederum überschritt die Wellenhöhe die drei Meter nicht, und damit gab es nicht die erhoffte Wirkung auf den Rumpf, ihn von den Felsen zu tragen. Um 3.15 Uhr endete auch dieser Versuch, ohne dass sich das Schiff entscheidend weiter bewegt hätte.
Der nächste Anlauf wird frühestens am 12.12. gestartet. Deshalb kehrten am 10.12. sowohl die 'Unión Princess' wie auch die 'Don Inda' vorerst nach A Coruña zurück. Nur die 'Boka Pegasus' und 'Vehintiocho' blieben noch bei der 'Blue Star'.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

'Blue Star' wird von den Felsen gezogen
'Blue Star' wird von den Felsen gezogen
(Bild: Jose Montero) Großbild klick!
Tanker überraschend geborgen
(11.12.19) Unverhofft kommt oft - anders als geplant wurde der Tanker 'Blue Star' trotz des Plans, weitere Bergungsversuche erst am 12.12. zu unternehmen, bereits am Nachmittag des 10.12. von den Felsen von As Mirandas nahe der Strände von Barrosa und A Canteira abgebracht. Nachdem zuvor die Wellenhöhe unter den Erwartungen geblieben war, bauten sie sich gegen 14.20 Uhr auf einmal so hoch auf, dass die 'Union Princess' und 'Boka Pegasus' doch noch einmal anspannten, und tatsächlich gelang es kurz vor dem Höchststand der Flut um 14.30 Uhr Uhr, das Schiff mit einer leichten Drehung von den Felsen herunterzubekommen.
Nachdem der Bug beim Herunterscheren ein letztes Mal Kontakt mit den Untiefen hatte, wurde das Schiff dann zunächst in Richtung Ría de Ares gezogen. Dort übernahmen die Schlepper. 'Vehintiocho' und 'Don Inda' den Havaristen. Auf der Reede von Caneliñas stabilisierte die Bergungscrew von 50 Mann - davon 14 an Bord und sechs Taucher, ihn.
'Blue Star' im Hafen von El Ferrol
'Blue Star' im Hafen von El Ferrol
(Bild: B. Couce) Großbild klick!
Er wurde schließlich um 16.45 Uhr in den Vorhafen von El Ferrol, rund fünf Kilometer von der Strandungsstelle entfernt, gezogen und mit mehreren Assistenzschleppern am Kai festgemacht. Hier begann eine Untersuchung der Schäden, die das Schiff während und nach der Strandung am 25.11. davongetragen hatte. Am Vormittag des 11.12. nahmen die Schlepper 'Hocho', 'Ibaizabal Cinco' und 'Ramon Casas' den Tanker auf den Haken und verholten ihn in den Innenhafen.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Tanker 'Blue Star' im geschützten Hafen
Tanker 'Blue Star' im geschützten Hafen
(Bild: Antonio Sabor) Großbild klick!
Geborgener Tanker 'Blue Star' hat mehrere Risse im Rumpf
(12.12.19) Fast drei Stunden dauerte es, bis am 11.12. um 10.15 Uhr der Tanker 'Blue Star' im Curuxeiras-Dock im Innenhafen von El Ferrol vertäut war. Um 8.30 Uhr hatten ihn die drei Schlepper 'Hocho', 'Ibaizabal Cinco' und 'Ramon Casas' am Caneliñas-Dock im Außenhafen auf den Haken genommen. Das Verholen verlief ohne Probleme. Bei den ersten Untersuchungen war festgestellt worden, dass die Schäden nicht so schwer waren wie zunächst befürchtet. Es wurden kaum strukturelle Schäden gefunden. Im Rumpf klafften mehrere Risse, einer davon sechs Meter lang. Die Backbordseite war schwerer in Mitleidenschaft gezogen als die Steuerbordseite. Der Maschinenraum und der Propeller waren ebenfalls beschädigt, die Ladetanks hingegen intakt geblieben. Die Schwimmfähigkeit des Tankers war aber nicht beeinträchtigt, deshalb könnte er auch zu einer Werft in größerer Distanz wie Portugal geschleppt werden, wenn eine umfassende Untersuchung auch durch Taucher stattgefunden hat, falls er nicht bei Navantia in El Ferrol ins Dock geht. Diese Entscheidung obliegt der Reederei und ihrer Versicherung. Diese wartete nun auch auf die Rechnungen für die Bergungsarbeiten. Die Unfalluntersuchungskommission wird frühestens in einem Jahr Ergebnisse zur Ursache der Havarie vorlegen können.
Quelle:Tim Schwabedissen

 

Tanker geht 10 Tage nach Bergung ins Dock
(18.12.19) Der Eigner des unter Malta-Flagge laufenden Tanker 'Blue Star', 7386 BRZ (IMO:9527764), die Team Tankers International Ltd. in Bermuda, hat jetzt einen Reparaturkontrakt mit der Werft Navantia in el Ferrol zur Reparatur des Schiffs abgeschlossen. Am 19.12. sollte es von dem Liegeplatz am Curuxeiras Dock zu der Werft verholt werden. Zuvor waren mit Tauchern gründliche Inspektionen des Unterwasserschiffs durchgeführt worden, um eine genaue Schadensanalyse erstellen zu können.
Im Rumpf klafften mehrere Risse von bis zu sechs Metern Länge, die im Trockendock der Navantia Ferrol ausgebessert werden müssen. Fast alle Ballasttanks sowie der Maschinenraum wie auch Propeller und Ruder waren beschädigt. Am 10.12. war der am 22.11. gestrandete Tanker nach mehreren vergeblichen Anläufen durch SMIT Salvage von den Felsen bei As Mirandas geborgen worden.
Quelle:Tim Schwabedissen